Gemeindeverwaltungsverband: Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit soll geprüft werden

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„Sind unsere Verwaltungen im Hinblick auf die absehbaren Herausforderungen der Zukunft richtig aufgestellt?“ – diese Frage stellen sich die drei Verbandsgemeinden des Gemeindeverwaltungsverband Zwiefalten-Hayingen. Falls die hierfür beantragten Fördermittel bewilligt werden, soll ein Organisationsgutachten die Chancen einer interkommunalen Zusammenarbeit ermitteln.

In einer gemeinsamen Sitzung der Gemeinderäte der Stadt Hayingen sowie der Gemeinden Pfronstetten und Zwiefalten wurde in großer Einigkeit festgelegt, dass dieses Thema, das in den vergangenen Jahren immer wieder einmal andiskutiert wurde, nunmehr auch einmal professionell beleuchtet werden soll.

„Die Herausforderungen sind absehbar“, so der Verbandsvorsitzende Reinhold Teufel (Pfronstetten), „schon heute ist die Bewerbersituation im öffentlichen Dienst sehr schwierig, die Besetzung frei werdender Stellen wird immer mehr zum Problem“. Und dies in einer Zeit, in der durch den demografischen Wandel und auch die aktuelle Flüchtlingskrise immer mehr Aufgaben auf die Gemeinden zukommen, die einen hohen personellen Einsatz erfordern. In der Überlegung, im Verwaltungsverband mehr arbeitsteilig zu arbeiten, sehen auch die Bürgermeister der beiden anderen beteiligten Kommunen eine Chance für die Zukunft.

„Speziell die gesetzlich vorgeschriebene Umstellung auf das neue Haushaltswesen fordert ein hohes Maß an Verwaltungskraft, aller Orten stocken die Kommunen ihr Personal hierfür auf. Unser Ziel könnte es sein, diesen Mehraufwand durch eine effizientere Aufgabenverteilung mit dem bestehenden Personal bewerkstelligen zu können“ merkt der Zwiefalter Schultes Matthias Henne zu diesem Thema an.

„Die zu erwartenden Befürchtungen unserer Mitarbeiter, diese Überlegungen hätten letztlich nur einen Personalabbau zum Ziel, können wir entkräften: Wir sind stolz auf unseren engagierten Kräfte und wollen ihnen ganz im Gegenteil durch bessere Aufgabenzuschnitte die Arbeit erleichtern. Auch weiterhin sollen die Strukturen so bleiben, dass die Tätigkeiten abwechslungsreich und damit auch interessant bleiben“, so Hayingens Stadtoberhaupt Kevin Dorner. „Bei uns wird niemand „Hundesteuer A-K“ machen müssen, so viele Hunde haben wir im gesamten Verbandsgebiet nicht“.

Professionelle Unterstützung auf dem Weg zu mehr interkommunaler Zusammenarbeit möchten sich die Verbandsgemeinden dabei beim Büro Heyder & Partner aus Tübingen einkaufen. Wirtschaftsjuristin Silvana Söhnle stellte in der gemeinsamen Sitzung die gegebenen Rahmenbedingungen und den Weg hin zu diesem Ziel vor. Erster Schritt wäre eine Bestandserhebung, denn obwohl die Gemeinden eine vergleichbare Größe haben, können die internen Strukturen doch deutlich abweichen. Die Einbeziehung des Personals ist deshalb auch von besonderer Bedeutung, „gegen die Menschen, die auf den Rathäusern arbeiten, können wir nichts bewegen“ machte Söhnle den Gemeinderäten deutlich.

Eben diese Mitarbeiter wurden vorab im Rahmen einer gemeinsamen Personalversammlung von den Überlegungen informiert. Trotz bestehender Vorbehalte gegen eine Organisationsuntersuchung  wurde aber deutlich, dass eine grundsätzliche Bereitschaft zur Mitwirkung an einer Überprüfung der Strukturen gegeben ist. „Unseren Mitarbeitern ist es wichtig, dass es für sie keine zwangsweisen Umsetzungen geben wird. Geänderte Aufgabengebiete werden dagegen nicht grundsätzlich abgelehnt“ berichtete Matthias Henne den Gemeinderäten.

Tatsächlich entschieden wird in dieser Sache noch lange nichts: Erster Schritt soll nun die Beantragung von Fördermitteln aus dem Programm „LEADER Mittlere Alb“ sein. „Unser Vorhaben passt in das Handlungsfeld „Lebenswerte Dörfer“, das an erster Stelle im Regionalen Entwicklungskonzept der LEADER-Region steht“, macht Kevin Dorner deutlich, „die Umsetzung ist in einem offenen Prozess mit entsprechender Bürgerbeteiligung vorgesehen“. Auch das Handlungsfeld Regionale Wirtschaft wird bedient: Im Verbund sollen künftig auch mehr Ausbildungsplätze für Nachwuchskräfte in der Verwaltung geschaffen werden, zudem werden auf den Rathäusern viele attraktive Arbeitsplätze für Frauen und dies insbesondere auch in Teilzeit angeboten.

Die Zuschussgewährung wurde von allen Räten als Grundbedingung für alle weiteren Schritte gesehen. Immerhin soll die Arbeit des Büros Heyder & Partner rund 25.000 € kosten – ein Betrag, der von den Gemeinderäten für ein Projekt mit ungewissem Ausgang sicherlich nicht ohne weiteres durchgewunken wird. Die Verbandsverwaltung wird den entsprechenden Antrag stellen, im Frühjahr 2016 soll dann hierüber entschieden werden.

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