Älteste Einwohnerin wird 100 Jahre alt

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Maria Rudolf und Bürgermeister Reinhold Teufel

Maria Rudolf, die älteste Einwohnerin der Gemeinde Pfronstetten, feiert ihren 100. Geburtstag. Bürgermeister Reinhold Teufel überbrachte dazu die Glückwünsche der Gemeinde.

Bei guter Gesundheit und mit gutem Humor empfing die aus AIchstetten stammende und seit 1946 in Tigerfeld lebende Jubilarin den Bürgermeister, der ihr den Geschenkkorb der Gemeinde verbunden mit den besten Glückwünschen überbrachte. Außerdem im Gepäck hatte er ein Glückwunschschreiben des Ministerpräsidenten. Allerdings lag schon ein Gratulationsschreiben von noch höherer Stelle auf dem Tisch: Auch Bundespräsident Joachim Gauck ließ es sich nicht nehmen, zum Geburtstag zu gratulieren.


Im heutigen „Albboten“ wird ausführlich über die Jubilarin berichtet:

Maria Rudolf wird 100 Jahre alt

Der Kirchenchor bringt eine Ständchen – Feier im Familienkreis

Maria Rudolf blickt heute auf 100 arbeitsreiche Lebensjahre zurück. Sie hat „manchen Sturm“ erlebt, dennoch ist sie voller Zufriedenheit.

„Ora et labora – Bete und Arbeite“ – dieses Motto der Benediktiner-Mönche hätte für Maria Rudolf geschrieben sein können. Von Kindesbeinen an war sie mit schwerer Arbeit vertraut und doch hat sie sich Zeit ihres Lebens nie darüber beklagt. Noch bevor sie mitten im Ersten Weltkrieg am 12. August 1916 als sechstes Kind der Aichstetter Familie zur Welt kam, musste ihr Vater bei einem Unfall mit dem Pferdegespann sein Leben lassen.

Die Mutter war mit ihren sechs Kindern und der schweren Arbeit auf dem Hof von nun an allein und auf die Mithilfe ihrer Söhne und Töchter angewiesen. Sieben Jahre lang besuchte Maria Rudolf die Volksschule, nebenher und auch danach übernahm sie alle Tätigkeiten, die in der Landwirtschaft und im Haus anfielen.

Außerdem ging sie als Waldarbeiterin zum Pflanzensetzen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges heiratete sie ihren Mann Josef und betrieb mit ihm fortan dessen Landwirtschaft in Tigerfeld.

Noch heute erinnert sie sich gut an die Franzosen, die als Besetzer im oberen Stock ihres Hauses ihre Station eingerichtet hatten.

Drei Kinder wurden Maria Rudolf und ihrem Mann geschenkt, der 1981 verstarb. Ein Sohn lebt heute noch mit ihr im Haus und kümmert sich um sie. Bis vor einem Jahr hat die jetzt Hundertjährige noch das Essen selbst zubereitet und auch im Garten und am Holz hat sie bis ins hohe Alter hinein gearbeitet.

Doch mittlerweile ist ihr das zu beschwerlich geworden. Dennoch: „Was ich im Haushalt noch schaffen kann, mache ich auch“, sagt die gläubige Katholikin, die schon als Kind zur Christenlehre ging und ihrem Glauben stets treu geblieben ist.

„Das denkt kein Mensch, dass er so alt werden kann. Ich bin zufrieden mit meinem Leben und kann voll Zuversicht darauf warten, bis unser Herrgott mich holt“. Maria Rudolf ist wohl die älteste Bürgerin in der Gemeinde Pfronstetten, von verschiedenen Krankheiten, die sie immer wieder plagten, hat sie sich stets wieder überraschend gut erholt.

Und so geht sie jeden Tag mit ihrem Stock spazieren, auch wenn sie dabei ein klein wenig das Gewissen drückt: „Mitten am Tag. Da denken ja die Leute, ich hätte keine Arbeit“, lacht sie.

Denn arbeiten sah man sie ein Leben lang. Ob im Stall oder auf dem Feld: „Ich hab es immer gern getan“. Besonders ihre „Moggala“, also die Kälbchen, hat sie gerne gestreichelt. Ungläubig beobachtet sie seit vielen Jahrzehnten die rasante technische Entwicklung, insbesondere auch in der Landwirtschaft. „Früher mussten wir mit den Gäulen auf den Acker. Da haben die Bauern es heute schon leichter“, meint sie.

Mit Ratschlägen fürs Leben hält sich die Jubilarin zurück, doch einen Tipp hat sie ihren Nachkommen immer gegeben: „Lobt Eure Kinder“. Selbst ihre Mutter hätte stets ein gutes und lobendes Wort für sie gehabt, davon zehre sie heute noch: „Lob tut allen gut“. Weit gereist ist Maria Rudolf nie, sie wollte immer „in mein eigenes Bett“. Und sie hat in ihrem Leben immer Wert auf Ehrlichkeit gelegt: „Darauf kommt es an im Leben“.

Ihren 100. Geburtstag feiert sie im Kreis ihrer drei Kinder, sieben Enkel und sechs Urenkel, außerdem bringt der Kirchenchor ein Ständchen. Sie lässt sich überraschen und nimmt jeden Tag, wie er kommt – mit Zufriedenheit und Dankbarkeit.

Quelle: Albbote / Maria Bloching
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