UnternehmerInnen in Pfronstetten: Smere 72 in Pfronstetten

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Für ein neues Handy einige hundert Euro ausgeben? Warum nicht, schließlich benutzt man es ja jeden Tag! Was bei Geräten keine Frage ist, wird bei Alltagsgegenständen kritischer gesehen. Wenn es Kunststoff-Kochlöffel für wenige Euro gibt, warum dann deutlich mehr Geld für handgemachte Geräte aus Holz hergeben? Wer einmal die Produkte von Gerold Heinzler aus Pfronstetten in die Hand nimmt, kommt ins Grübeln. Da wird ein Kochlöffel zu einem langlebigen Handschmeichler, und dann relativiert sich auch der Preis.

Gerold Heinzler, gebürtig aus dem Nachbartort Wilsingen, ist gelernter Möbelschreiner. Als Mann vom Fach machte er deshalb auch beim Umbau seines Wohnhauses in der Schulstraße viel selber. Gerade die Wiederverwertung von Holz, das anderen vielleicht sogar zum Verbrennen zu schlecht gewesen wäre, macht ihm viel Freude. Und hier erweisen sich sogar Abbruchhäuser als wahre Fundgruben.

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Zum Beispiel der ehemalige Farrenstall in Huldstetten: Früher trennte das Holz die Steigen der Gemeindefarren ab, heute dient es im Hause Heinzler als rustikale Badezimmertür.

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Und auch eine unscheinbare Kellertreppe hat ein Vorleben: Die Tritte dienten in ihrem früheren Leben als Schultische, wie ein noch vorhandener Aufkleber bezeugt.

Als er aus gesundheitlichen Gründen den erlernten Beruf nicht mehr ausüben kann, besinnt sich Gerold Heinzler auf ein Hobby, mit dem er vor gut 20 Jahren begonnen hatte. Damals kam ihm ein Schwadenbrett aus Kirschholz in die Hände, und weil es ihm zu schade zum Verbrennen war, entstand daraus sein erster selbstgemachter Pfannenkratzer.

Heute stellt Gerold Heinzler mit wachsendem Erfolg hochwertige Gebrauchsgegenstände insbesondere für die Küche professionell her, und zwar ausschließlich aus heimischem Holz. Das notwendige Material erhält er auf unterschiedliche Wege: Obstbäume, vor allem Zwetschgen, fallen immer wieder mal an, und einen alten Ulmenstamm hatte er beispielsweise von seinem Altgesellen geschenkt bekommen. Die Stämme lässt er von einem mobilen Säger aus der Region schneiden, und das anfallende Sägemehl geht an die örtliche Schäferei Fauser als Streu für die Pferdeboxen. Abfall gibt es somit kaum.

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Der Holzhandwerker vertreibt seine Artikel auf Märkten in der Region, vorwiegend auf Kunsthandwerker- und Weihnachtsmärkten. So war er unlängst zwei Wochen lang in Ravensburg. „Dort habe ich viel dazugelernt. Allein schon die Art, wie man die Ware präsentiert, macht sich am Abend in der Kasse bemerkbar“, so Heinzler.

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Deshalb taucht auch eine aus einem Baumstumpf gefertigte Lampe den Stand in das passende Licht. Inzwischen hat er sich auch schon einen gewissen Namen gemacht, weil es nahezu keine Mitbewerber bei den Produkten gibt. „Ich werde zu immer mehr Märkten eingeladen – ein Zeichen, dass meine Produkte wertgeschätzt werden!“.

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Und im persönlichen Gespräch mit den Kunden entstehen oftmals neue Ideen.  So wurde Heinzler der Prototyp eines Holzmessers förmlich aus der Hand gerissen von einer Marktbesucherin, die zur Herstellung von Auberginenmus schon länger auf der Suche nach einem nicht-metallischen Arbeitsgerät war. Hygienische Bedenken bei Küchengeräten sind übrigens unnötig: Die im Holz enthaltene Gerbsäure wirkt antibakteriell, so dass Holzgeräte im Regelfall sogar hygienischer sind als Geräte aus Kunststoff oder Metall.

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Kochlöffel, Schöpflöffel, Buttermesser, Salatbesteck oder – mit einer extra großen Öffnung – Risotto- bzw. Teiglöffel stellen einen kleinen Ausschnitt aus der Produktpalette dar.

Dem Thema Onlinehandel steht Heinzler skeptisch gegenüber: „Im Internet ist der Preis entscheidend, da lässt sich der Kunde von Bildern leiten, nicht von der Qualität. Man muss ein solches Gerät anfassen, jeder hat hier eigene Vorlieben und jedes Stück ist ein Unikat mit eigener Farbe und Haptik“ ist sich der 44jährige sicher, der auch Sonderwünsche wie spezielle Stücke für Linkshänder anbietet. Im Internet nicht vermittelbar ist auch die besondere Qualität seiner Einzelstücke: Diese werden mehrfach gewässert und geschliffen, so dass sie auch nach jahrelangem Gebrauch ihre glatte und geschmeidige Oberfläche behalten. Sie passen damit perfekt in den aktuellen Vintage-Trend. „Cool ist das, was nicht der Norm entspricht“, sagt Heinzler, und trifft damit den Nerv einer wachsenden Kundenschicht, der Nachhaltigkeit und Gesundheit wichtig ist.

Der Firmenname „Smere72“ setzt sich aus dem Spitznamen Heinzlers und seinem Geburtsjahr zusammen.

Am 19./20.11.2016 steht Heinzler mit seinem Stand beim Handfest-Markt im Reutlinger Wendler-Areal.  Und auch auf dem Zwiefalter Weihnachtsmarkt wird er zu finden sein.

 Logo - Kopie.jpg Gerold Heinzler
Gebrauchs- und Kunstgegenstände aus Holz
Schulstraße 11, 72539 Pfronstetten
www.smere72.de
Telefon 0178/9326540

In der Reihe „UnternehmerInnen aus Pfronstetten stellen wir in loser Folge Unternehmen in unserer Gemeinde vor. Bürgermeister Reinhold Teufel besucht die  Betriebe und berichtet über die Geschäftsfelder, vor allem aber auch über die Menschen, die dahinter stehen.
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